Umwelttage Basel 2017

«Vorbild für die Welt von morgen»

Die Umwelttage Basel 2017 beginnen mit einem Poetry Slam am Freitagabend, 9. Juni 2017, im Unternehmen Mitte. Am Samstag, 10. Juni 2017, verbinden Rundgänge die verschiedenen Angebote und Standorte von Umweltvorbildern zu abwechslungsreichen Spaziergängen in den Stadtquartieren. Am Sonntag, 11. Juni 2017, finden thematische Führungen und Workshops statt.

(Bild: zVg) Stephan Gutzwiller mit seinem modernen, schadstoffarmen Kohlenmeiler.

(Bild: zVg) Stephan Gutzwiller mit seinem modernen, schadstoffarmen Kohlenmeiler.

Bereits ab März 2017 stimmen Filmabende in verschiedenen Quartierzentren auf die Umwelttage ein. In den Wochen rings um den UNO-Umwelttag, den 5. Juni, sind Aktivitäten in und für Schulen geplant. Die Umwelttage Basel sind eine Plattform für Personen und Organisationen, die im Bereich der ökologischen und nachhaltigen Entwicklung in Basel tätig sind. Die Basler Umwelttage knüpfen zeitlich an den internationalen Umwelttag der UNO am 5. Juni an. Sie wurden bisher viermal durchgeführt: 2009, 2011, 2013 und 2015. Mit der Ausgabe im Juni 2017 finden die Umwelttage in Basel zum fünften Mal statt. Die Projektkoordination für die Umwelttage Basel 2017 liegt bei den Stadtteilsekretariaten Basel-West und Kleinbasel, der Quartierkoordination Gundeldingen sowie dem Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt.

Vorbilder in Basel
Es gibt sie auch in Basel, die guten, einleuchtenden und motivierenden Beispiele von Menschen, die sich mit ihrem Tun für eine zukunftsfähige Welt einsetzen. Nachfolgend ein Beispiel.

Wundermittel Pflanzenkohle
Stephan Gutzwiller, Umweltnaturwissenschaftler und Energie-Ingenieur, ist eigentlich per Zufall auf Pflanzenkohle gestossen. In seiner Werkstatt im Gundeldinger Feld entwickelt er seit einigen Jahren grosse und kleine Produktionsanlagen, zum Beispiel den Schweizer Pyrocook − eine Art moderner, schadstoffarmer Kohlenmeiler.

Pyrolyse heisst der Umwandlungsprozess, bei dem Holz in dem Low-tech-Meiler bei hohen Temperaturen unter Luftabschluss vergast wird. Am Schluss bleibt sogenannte Pflanzenkohle oder Biokohle übrig. Dabei ist Pflanzenkohle kein Dünger, sondern ideales Trägermittel für Pflanzennährstoffe und Habitat für Mikroorganismen. Seine poröse Struktur kann Wasser und Nährstoffe bestens speichern, was den Humusaufbau wesentlich unterstützt. Diese Technik ist nicht neu: Seit Beginn der Eisenzeit vor 2’500 Jahren ist Holzkohle als effizienter Bodenverbesserer fast überall in der Welt bekannt. Einst haben Menschen im brasilianischen Regenwald mit dem Wundermittel Pflanzenkohle die fruchtbaren Schwarzerdeböden entwickelt, auf deren Grundlage damals Hochkulturen entstanden sind.

Stephan Gutzwiller ist mittlerweile Experte für Pyrolysetechnik. Er hat schon bei der Entwicklung eines Pyrolysekochers für Haiti mitgearbeitet und ist fasziniert von der Kaskadennutzung der Kaffeeschalen und den nachhaltigen Einsatzmöglichkeiten der Pflanzenkohle in Äthiopien. Da Pflanzenkohle über Jahrtausende relativ stabil im Erdboden verbleibt und somit Kohlenstoffsenken bildet, ist sie neben ihrer Rolle als Bodenverbesserer zunehmend als Mittel des Klimaschutzes ins Blickfeld gerückt. Weltweit angewandt, könnte diese Methode rund 20 Prozent des Kohlendioxids aus der Luft holen und zugleich die Böden dauerhaft fruchtbar machen.

Redaktion

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