Ein gutes Pflaster für Cleantech Startups

    Die Startup Academy führt seit 2015 den ClimateLaunchpad – den weltweit grössten cleantech Ideenwettbewerb – in der Schweiz durch. Jedes Jahr können sich Startups und Personen mit grünen Geschäftsideen für den Wettbewerb anmelden. Ob Transport, Energie, Abfall, Wasser, Verhaltensänderung oder urbane Entwicklung – aus welchem Bereich die Idee ist, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist, dass in irgendeiner Form die negativen Folgen des Klimawandels bekämpft werden.

    (Bild: zVg) Die Startup Academy mit drei Standorten im Dreiland (Basel, Liestal und Lörrach) bezweckt die Förderung unternehmerischen Denkens und die Unterstützung von Innovation, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.

    Die Startup Academy mit neun Standorten in der Schweiz – drei davon im Dreiland (Basel, Liestal und Lörrach) bezweckt die Förderung unternehmerischen Denkens und die Unterstützung von Innovation, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Fokus liegt insbesondere darin, dass mit den Businessmodellen die wesentlichen sozialen, kulturellen und ökologischen Herausforderungen gelöst werden können.

    Eindeutiger Trend in der Region erkennbar
    Seit einiger Zeit stellen die Geschäftsführenden der Startup Academy-Standorte Basel und Liestal fest, dass besonders viele Startups entstehen, die sich den Nachhaltigkeits-, Umwelttechnik- und cleantech-Themen widmen. Markus Fischer, Geschäftsführer der Startup Academy Basel (Picassoplatz 4): «Es ist in der Tat so, dass es viele neue Lösungen im Bereich der Umwelt- und Energietechnik braucht und sich die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer nebst der Machbarkeit eines Geschäftsmodells auch die Sinnfragen stellen. Und so entstehen viele neue Ideen, die in diese Richtung zielen.»

    Es erstaunt also nicht, dass die Startup Academy seit 2015 den ClimateLaunchpad als den weltweit grössten Cleantech Ideenwettbewerb in der Schweiz durchführt. Aus allen Bewerbungen werden jeweils die zehn besten Teams ausgewählt und ins Boot Camp eingeladen. Während zwei Tagen (beziehungsweise drei Halbtagen bei der virtuellen Durchführung des Wettbewerbs seit 2020), werden die Teams von einem offiziellen ClimateLaunchpad Trainer durch zahlreiche Module geführt (wie zum Beispiel Finanzen, Customer Value Proposition oder Markt). Catherine Riesen, Kommunikationsverantwortliche der Startup Academy: «Das Boot Camp ist sehr interaktiv und die Startups arbeiten in dieser Zeit an der (Weiter-)Entwicklung ihrer Ideen sowie an den Pitch Decks, die dann die Grundlage für die Pitches am National Final – und gegebenenfalls später Regional und Global Grand Final – bilden.» Im Anschluss ans Boot Camp leitet die Startup Academy jeweils die FollowUp Module, in denen gemeinsam mit den Teilnehmenden weitere

    Themen erarbeitet werden, die für den Aufbau eines Geschäfts zentral sind. Zudem haben die Startups die Möglichkeit, in einem Pitching Workshop – ebenfalls geleitet von der Startup Academy – ein erstes Mal zu pitchen und Feedback zu erhalten. Im National Final pitchen dann alle Teams vor einer Jury, die die drei besten Startups aus- wählt. Diese erhalten die Möglichkeit, an den Regional Finals vor einer internationalen Jury aufzutreten und – sofern sie dort wiederum überzeugen – ans Global Grand Final weiterzuziehen. Auch in dieser Zeit begleitet und unterstützt die Startup Academy die Teilnehmenden.

    Erfolge für Schweizer Cleantech Startups
    Seit der ersten Durchführung des Wettbewerbs in der Schweiz im 2015 durfte die Startup Academy mit ihren Teams schon zahlreiche grosse Erfolge feiern. Unter anderem schafften es schon mehrere Schweizer Teams am Global Grand Final in die Top 10 oder gewannen Theme Awards. 2017 schaffte es das Schweizer Startup MeduSoil am Global Grand Final auf den 2. Platz, 2019 erreichte das Schweizer Startup Enerdrape am Global Grand Final den 3. Platz. Ausserdem schafften es schon mehrere Startup-Gründer, die bei ClimateLaunchpad Switzerland dabei waren, auf die Forbes 30under30 Liste. Darunter auch einige aus der Region wie beispielsweise Seniors@work mit dem Gründer Alexis Weil. Eine weitere Erfolgsgeschichte gab es in diesem Frühjahr: Der Europa-Ableger des von Bill Gates initiierten Klimawandel-Fonds investierte in Bloom Biorenewables – und damit zum ersten Mal in ein europäisches clean-tech Startup. Bloom machte 2018 bei ClimateLaunchpad mit und erreichte am National Final den zweiten Platz.

    Cleantech Startups aus dem Raum Basel
    Auch aus dem Raum Basel haben schon verschiedene cleantech Startups am Wettbewerb teilgenommen. Unter anderem Swiss Vault (https://swissvault.global/), das 2018 am National Final den 3. Platz erreichte. Auch 2019 wurde ein Basler Startup ans Boot Camp eingeladen: Lyfa (lyfa.ch) ist ein zero waste online Supermarkt und liefert unverpackte Lebensmittel sowie Haushalt- und Hygieneprodukte per Velo nach Hause.

    Es gibt eine Vielzahl von Organisationen, die cleantech in der Region fördert. So beispielsweise auch Basel Area Business & Innovation als Non-Profit-Agentur, die Unternehmen, Institutionen und Start-ups dabei unterstützt, in der Region Basel erfolgreich zu sein. Als unabhängige Organisation, finanziert durch die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura sowie durch die Schweizer Regierung und private Stiftungen, fördert sie ein solides Wirtschaftsumfeld und unterstützt innovative Unternehmen. Basel Area hilft Firmen, sich in der Region Basel anzusiedeln, vernetzt Organisationen und Unternehmen mit Kooperationspartnern und trägt zum Ausbau eines dynamischen Ökosystems bei, das Innovationen begünstigt. Weitere Förderstrukturen, wie beispiels- weise das Life Science Netzwerk «BioValley», sind hier zusammengefasst: www.lifesciencesbasel.com/lifesciences-standort/organisationen.

    JoW/DaC
    Quelle: Catherine Riesen, Startup Academy


    Trend nach «sinnvollen» Businessideen
    Der Trend nach «sinnvollen», sprich Sinn stiftenden Businessideen ist ungebremst. Unter anderem auch deshalb gibt es eine immer grössere Zahl an Innovationspreisen. Es gibt demnach eine Vielzahl von Wettbewerben und Preisen, die innovative Unternehmen oder Persönlichkeiten auszeichnen. Im Trend – auch und be- sonders in der Region Basel – sind seit Jahren jene Auszeichnungen, die nicht nur ein interessantes Gesamtkonzept oder eine erfolgreich umgesetzte Geschäftsidee würdigen, sondern diese Aspekte mit einem zusätzlichen Engagement für die Region und deren Menschen verknüpft. Wir haben uns mal durch die Fülle der Innovationspreise durchgearbeitet und gemerkt, dass bei den Auszeichnungen für Unternehmerpersönlichkeiten die Aspekte Engagement und die Wertschöpfung für die Region(en) voll im Trend sind.


    Begleitprogramm der Startup Academy
    Seit 2010 unterstützt und begleitet die Startup Academy Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Angefangen hat alles in Basel, mittlerweile gibt es bereits neun Startup Academy Standorte, da- von acht in der Schweiz und einer in Lörrach, Deutschland. Unter anderem sind auch verschiedene cleantech Startups im Begleitprogramm. Für 80 Franken pro Monat werden die Startups während rund zwei Jahren von einer Mentorin/einem Mentor begleitet, können zahlreiche Workshops besuchen, an Netzwerkanlässen und Informationsveranstaltungen teilnehmen und erhalten Zugang zum grossen Netzwerk der Startup Academy.