Wann erlebt Basel seine «Smartifizierung»?

In einer «Intelligenten Stadt» warten viele neue Herausforderungen

Am 11. und 12. April 2018 gehen am Congress Center Basel wieder die Tore zur SmartSuisse Fachmesse auf. Der Anlass kümmert sich um brandaktuelle Themen im Bereich der «Smartifizierung» der Gesellschaft und setzt Impulse. Eine treibende Kraft in der Schweiz ist Mike Vogt.

(Bild: zVg) Mike Vogt (rechts) mit BS Regierungsrätin Eva Herzog an der SmartSuisse 2017 in Basel.

(Bild: zVg) Mike Vogt (rechts) mit BS Regierungsrätin Eva Herzog an der SmartSuisse 2017 in Basel.

Basel wird im April wiederum zum «Schweizer Epizentrum» für alles, was mit dem Thema «Smartifizierung der Gesellschaft» zusammen hängt. Die SmartSuisse ist ein Strategiekongress mit Begleitausstellung, welcher die erfolgversprechendsten Smart City Themen behandelt. SmartSuisse richtet sich an alle Akteure, die das urbane Leben von morgen aktiv und nachhaltig mitgestalten wollen.

Mike Vogt ist in Sachen «Smart City» ein absoluter Kenner der Thematik, Initiator und Managing Director der «SmartSuisse»-Fachmesse in Basel. Sein Fazit: Die Smart City beginnt zu Hause und entwickelt sich über die Quartiere auf das gesamte Stadtgebiet aus. Das Verhältnis Stadtverwaltung-Bürger war bisher eher eine Einbahnstrasse. Das müsse sich ändern.

Mike Vogt: «Die Städte St.Gallen und Winterthur sind bezüglich der so genannten ‹Smartifizierung› führend. So hat St.Gallen an der SmartSuisse sein Smartnet vorgestellt, ein LoRa Funknetzwerk, das bereits stadtübergreifend im Einsatz ist und nur darauf wartet mit Dienstleistungen und Applikationen von Drittfirmen genutzt zu werden. Auch die Stadt Genf ist in einer guten Ausgangslage, denn die Smart City Projekte werden vom OPI , dem Office de Promotion des Industries et des Technologies, stark gefördert und ein Smart City Manager koordiniert alle Aktivitäten. Zürich, Basel und Bern haben Nachholbedarf. Wichtig scheint mir, dass das Bewusstsein vorhanden ist. Die Smart Regio Basel Initiative zum Beispiel ist ein grosser Schritt in die richtige Richtung.»

Das Zeitalter der «Smartifizierung»
Die «Smartifizierung» der Städte wird auch mit neuen Herausforderungen einher gehen. Besonders bei den Fragestellungen rund um Transformation und Digitalisierung, wo auch die HR Fachleute gefragt sind: Sind unsere Tätigkeiten zeitgemäss und ganzheitlich für die digitale Ära gerüstet? Oder haben unsere Prozesse, Strukturen sowie Systeme und Technologien Optimierungsbedarf? Aber wo soll man anfangen? Bei den Skills des Talent Acquisition Managers zum Beispiel? Um diesen Auswirkungen der Digitalisierung für Human Ressources Paroli bieten zu können gibt es immer häufiger Seminarangebote, die helfen, Bedürfnisse zu erkennen. Zum Beispiel stehen beim Digital HR-Seminar der WEKA genau diese formulierten Fragen im Zentrum (www.praxisseminare.ch/seminare/personal/rekrutierung/event/1064-digital-hr/). Heute muss man in der Lage sein, Talent Acquisition innerhalb des HR und der Unternehmung ganzheitlich und wertschöpfend einzuordnen, die erfolgsentscheidenden Faktoren für die digitale Talent Acquisition zu erkennen und die Organisation und Strukturen müssen auf moderne Personalgewinnung getrimmt werden.

Ohne «Smartifizierung» zum Problemfall?
Natürlich wird in naher Zukunft deshalb im Jobmarkt die «Smartifizierung» Einzug erhalten. Neue Berufsbilder und Jobs der Zukunft werden entstehen. «Jede Stadt wird früher oder später einen Chief Digital Officer haben, beziehungsweise haben müssen», sagt Mike Vogt. Die Daten sind nämlich das Gold der Zukunft, auch in einer Stadt. Bei der Smartifizierung geht es am Schluss einzig und allein um Daten und wie diese in eine höhere Lebensqualität umgemünzt werden können. «Je früher die Städte sich mit dieser komplexen Thematik befassen und Know How aufbauen, desto besser. Wer sich diesem Trend verschliesst, wird einen hohen Preis dafür zahlen müssen», fügt Vogt hinzu. Es ist aber auch sehr wichtig, dass die Städte die Datenhoheit wieder an sich reissen, so Vogt.

JoW

Basels erste Schritte zur Smart City
Basel-Stadt bezeichnet sich gerne als fortschrittliche Energiestadt und begibt sich auf den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft. Man beteiligt sich an der Interessengemeinschaft Smart Cities Schweiz und bringt die Erfahrungen aus den Pilotprojekten für eine 2000-Watt-Gesellschaft ein. Einige der Projekte in Basel passen gut in den Smart-City-Kontext wie die erste Solarstrom-Anlage in Basel mit farbigen PV-Modulen im Kohlesilo Gundeldingerfeld, die Zwischenspeicherung von solarem Strom in gebrauchten Batteriespeichern aus der Mobilität, der Gebrauch von Kommunalfahrzeugen mit alternativen Antrieben, die Wasserstoff-Tankstelle für Kleinflotte und Busbetrieb, der Betrieb der Elektrobusse mit Batterieantrieb und der Schnellladestationen für E-Mobilität und weiteren Ladestationen im öffentlichen Raum (Blaue Parkierzone) sowie die so genannte «Modellierung der Stadt» als Energy Hub. Ausserdem: Mit SmartStability werden in einem Netz auf Quartier-Verteilerebene der Stromverbrauch der lokalen Stromproduktion angeglichen. Stromspitzen seitens Verbrauch und der Produktion werden kleinräumig aufgefangen und belasten das grösserräumige Verteilernetz nicht.

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