«Viele Elektroinstallationen sind sogar lebensgefährlich»

Von Muttenz nach Kamerun: Regio-Elektrotechniker im Einsatz in Afrika

Zu Dritt ging es im Sommer 2018 los von Muttenz ins afrikanische Abenteuer nach Kamerun: Silvan Wirth, Leiter des Jugend Elektronik + Technikzentrum JETZ und Dozent an der TEKO Basel ist dabei, in Kamerun einen zeitgemässen und nachhaltigen Elektrotechnikkurs zu etablieren. Mit von der Partie: Kursleiter Nikola Wahl und TEKO Basel Student Assad Osman.

(Bilder: zVg) Silvan Wirth und Nikola Wahl im Einsatz in Kamerun

Das JETZ (Jugend Elektronik + Technikzentrum) in Muttenz geniesst einen hervorragenden Ruf: Talente, welche den Anforderungen unserer High-Tech Industrie genügen und damit einen Beitrag zur Sicherung des schweizerischen Werkplatzes leisten, können sich dort bestens entfalten und viel lernen. Zum Leitbild des JETZ gehört auch, dass man Entwicklungsarbeit leistet. Und so reiste JETZ-Leiter Silvan Wirth zusammen mit zwei Elektroinstallateure und Kursleitern nach Kamerun, um einerseits einen Top-Kurs für Elektrotechnik zu etablieren, aber auch um vor Ort die zum Teil abenteuerlich aufgebauten Elektroinstallationen zu modernisieren.

Mehr Fachkenntnis und Sicherheit durch Praxisunterricht vor Ort
Der frühere Laborleiter FHNW / SG MT, jetziger TEKO Basel Dozent und Leiter des JETZ, Silvan Wirth: «Der Kurs für Elektroinstallationen vor Ort ist dringend notwendig. Die bestehenden Installationen können je nach Situation lebensgefährlich sein für jene, die mit ihnen in Kontakt geraten.» Man wolle, so das JETZ, nicht nur die Installationen sicherer und besser einrichten, sondern auch mit dem nachhaltigen Kurs ein besseres Verständnis in diesem Fachbereich erwirken und mit viel Praxisunterricht und konkreter Umsetzung die Leute begeistern. So sollen zum Beispiel Hausanschlüsse Stromdosen und vieles mehr den heutigen Bedürfnissen entsprechen.

Assad Osman und Nikola Wahl – zwei Elektroinstallateure, die wissen, was sie tun.

Umsetzung des Erlernten gleich vor Ort
Silvan Wirth baut mit Unterstützung einer namhaften Firma aus dem Raum Basel und der FHNW (Studiengang Mechatronik Trinational) den Elektronikkurs, Informatikkurs sowie einen Elektrotechnikkurs (für Fachleute, die mit Elektroinstallationen zu tun haben) auf. Mit dabei waren zwei Elektroinstallateure aus der Region: Assad Osman und Nikola Wahl. Die Etablierung des Elektrotechnikkurses war das Hauptziel. Darüber hinaus wolle man aber auch Elektronik instruieren und pädagogisch begleiten, das Konzept Informatikkurs vertiefen und schulen sowie erworbenes theoretischen Wissen und die konkrete Umsetzung von Elektroinstallationen verknüpfen. Dies geschah unter anderem auch beim korrekten Anschliessen von 50 Häusern ans Stromnetz in Kamerun.

Silvan Wirth im Frontalunterricht mit seiner Kameruner Elektroinstallateur-Klasse

Talentförderung für Technikbegeisterte
Das JETZ ist eine Non-Profit Organisation und verfolgt eine besondere Vision: Talente, welche den Anforderungen unserer High-Tech Industrie genügen und damit einen Beitrag zur Sicherung des schweizerischen Werkplatzes leisten, können sich in den Laborräumlichkeiten in Muttenz entfalten. Finanziert werden soll das JETZ durch feste Beiträge der Abnehmer und Teilnehmer, durch Beiträge von Bund, Kantonen und Gemeinden und mittels Sponsoring. Zum Leitbild gehört ausserdem: Die Begeisterung durch sinnvolle Freizeitbeschäftigung junger Menschen mittels spannender Projekte im Bereich der Technik. Die Projekte sind allesamt zeitaktuell. Im Leitbild heisst es zudem: «Unser Vorbild und unsere eigene Begeisterung bestärkt die jungen Menschen, dass Technik etwas Kreatives ist. Wir wecken das Interesse auf spielerische Art und Weise. Die notwendige Begleittheorie vermitteln wir diskret.» «Learning by doing» ist dabei ein praktiziertes Lernkonzept, die Betreuer sind fachkompetent und haben pädagogische Fähigkeiten. «Wir fördern Talente bis zur Berufslehre, solche mit höherer Schulbildung bis zu Studium», heisst es weiter. Zudem wolle man sich als Markt-Leader auf diesem neuen Förderfeld behaupten und strebe hierzu eine angemessene Präsenz in der Öffentlichkeit an. Die Labors werden von einigen Aus- und Weiterbildungsinstituten genutzt – unter anderem von der TEKO Basel , welche seit vielen Jahren erfolgreich Techniker/innen HF aus vielen Bereichen mit praxisnahem Studium auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet.

JoW

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