Jugendliche sind heiss auf «Umwelt-Jobs»

Der «etwas andere», nachhaltige Greta Thunberg-Effekt

Die 16-jährige Schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg hat weltweite Bekanntheit als Umweltaktivistin erlangt und eine riesige junge Fangemeinschaft gewonnen. Auf sozialen Netzwerken sind Communities entstanden, die Greta Thunberg unterstützen und viele Jugendliche eifern ihr nach. Auch in der Region zeigte der «Greta Thunberg» Effekt Wirkung. Viele Schülerinnen und Schüler eiferten nach und in Basel gab es grössere Kundgebungen mit bis zu 10’000 Teilnehmenden. Eine der anderen Begleiterscheinungen dieses Phänomens: Die Jugendlichen wollen nicht mehr nur demonstrieren, sondern auch aktiv etwas bewirken. Und so beginnen sich exponentiell mehr für Ausbildungen im Bereich Energie und Umwelt zu interessieren.

(Bild: PEXELS) Solche Szenen stossen auf bei Jugendlichen: Mit «Umweltjobs» kann man konkret und nachhaltig etwas für die Umwelt tun

Mit der beschlossenen Umsetzung der Energiewende und der erhöhten Sensibilisierung für Umweltschutz sowie der Transformation der Arbeitswelt (Digitalisierung und Technik) werden Jobs wie beispielsweise «Supervisor Künstliche Intelligenz», «Fortpflanzungsberater/in», «Biofilm-Installateur/in», Klimatologe, Umweltingenieur, Entwässerungstechnologe, Abfalldesigner/in oder Recyclist/in – um nur einige zu nennen – für Jugendliche, die in diese Richtung etwas erlernen wollen, sehr spannend. Und man weiss, dass diese zu den «Berufen der Zukunft» gehören. Fachleute bestätigen zudem: Der Bereich Cleantech soll jährlich um 6,3 Prozent wachsen – das ist doppelt so stark wie die Gesamtwirtschaft! Bis 2020 schätzen die Fachleute einen Zuwachs von nahezu 60’000 neuen Umweltjobs in der Schweiz. Allein für den Wachstumsmarkt «Erneuerbare Energie» hatte das Beratungsunternehmen McKinsey nahezu 16’000 neue Arbeitsplätze veranschlagt. Der Maschinenbau soll dabei mit insgesamt einer Viertelmillion Arbeitsplätzen in einem Wachstumsmarkt grossartige Perspektiven bieten. Dies, obwohl das klassische Marktumfeld eigentlich in einer Krise steckt, aber dank der neuen Technologien dennoch eine Marktattraktivität bietet.

(Bild: PEXELS) Berufe, die mit Windenergie zu tun haben, sind bei Jugendlichen genau so im Trend, wie jene im Bereich Photovoltaik ecetera

Trend: Viele Jugendliche wollen Jobs im Bereich Energie und Umwelt
Ausserdem betonen Trendscouts, dass künftig Mitteleuropa eine Oase für grüne Technologie sein wird. Die Investitionen in erneuerbare Energien steigen exponentiell. Der Berufsmarkt wird sich dementsprechend anpassen. Somit haben beispielsweise die Techniker/innen HF in Energie und Umwelt in den kommenden Jahren besonders gute Aussichten auf einen der begehrten Jobs. Die Ausbildungen in diesem Bereich profitieren zudem noch von der Förderung durch Bund und Kantone. Es werden also zunehmend spezifisch geschulte Fachpersonen gebraucht und die Höheren Fachschulen spielen eine Schlüsselrolle. Ein Beispiel: Die TEKO Basel als Anbieterin von Ausbildungen im Bereich Technik, Energie und Umwelt sowie Cleantech kann den Studierenden mit kantonaler Unterstützung einen vorteilhaften Preis für einen inhaltlich wie auch vom Berufsstatus her wertvollen HF-Abschluss bieten. «Die Ausbildungen wurden von uns entwickelt, weil die Nachfrage schon jetzt stetig zunimmt und in Zukunft besonders gross sein wird. Dies gilt besonders für die Techniker/innen HF Energie und Umwelt», sagt TEKO-Basel-Schulleiterin Terry Tschumi. Man kann auch während der Berufszeit das Handwerk von der Pike auf lernen. «Eine solche Ausbildung ist spannend und nicht alltäglich. Als Bewerberin oder Bewerber auf dem Arbeitsmarkt hat man bei einer noch eher kleinen Konkurrenz mit dieser fundierten Ausbildung einen klaren Wettbewerbsvorsprung.» Terry Tschumi bestätigt zudem, dass beispielsweise auf einmal immer häufiger von Jugendlichen Informationen zum HF Lehrgang Techniker/in Energie und Umwelt angefordert und auch die Klassen immer voller werden. Das habe ganz bestimmt nicht nur mit dem Ruf der TEKO Basel als traditionell in der Ausbildung für Technik-Berufe arrivierte Höhere Fachschule zu tun. Die zukünftigen Jobmöglichkeiten mit dieser Ausbildung seien eben sehr gut.

«Sinnstiftende» Berufe
New Work Arbeitsforscher bestätigen zudem folgenden Trend, der nicht abklingen wird in der Arbeitswelt der Zukunft: Wichtig ist vielen Jugendlichen in der heutigen Zeit, dass sie in Zukunft einen Beruf ausüben, der Spass macht, «Sinn stiftet» aber auch, bei welchem zudem der so genannte «emotionale Aspekt» stimmt. Man spricht da oft von der «Emotional Selling Proposition» (ESP). Viele Berufe im Bereich Energie und Umwelt bedienen diese Wünsche nach Jobsicherheit und Sinnstiftung.

(Bild: Fotolia) Mit einem HF Abschluss wie beispielsweise Techniker/in in Energie und Umwelt stehen Türen zu «Umweltjobs» weit offen.

Bleibt die Frage, welche Fähigkeiten man sich mit so einem eidgenössisch anerkannten Diplom Techniker/in HF Energie und Umwelt www.teko.ch/de/top/technik/hf-technik/energieundumwelt aneignet: Man projektiert zum Beispiel Energieanlagen im Bereich Energie und Umwelt und berechnet deren Wirtschaftlichkeit. Spannend ist, dass unterschiedliche Anspruchsgruppen zu Energie- und Umweltfragen beraten und bestehende Anlagen in Bezug auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit untersucht werden können. Im Zeichen der Energiewende werden Projekte zur Nutzung von erneuerbaren Energiequellen wie Sonnenlicht, Erdwärme, Wind, Wasser und Biomasse wichtig und da können sich die HF Techniker in Energie und Umwelt profilieren. Ebenfalls spannend: Die Beratung von Unternehmen, Organisationen und Verbänden, öffentlichen Institutionen und staatlichen Einrichtungen im Energie- und Umweltmanagement in den Bereichen Wasser, Abfall, Energie, Verkehr, Beschaffung, Baumassnahmen und Sanierungen. Die Kenntnisse in Energieerzeugung, -umwandlung, -transport und -speicherung, Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Luft, Gewässer, Boden, Abfallentsorgung und Recycling, Nachhaltigkeit, Elektrosmog, Biodiversität und Landschaft werden eine starke Nachfrage erleben.

JoW


Grosser Rat erklärt den «Climate Emergency»

Der Grosse Rat hat im Februar eine Resolution angenommen, in der er dazu aufgefordert wird, die Auswirkungen auf das Klima und die ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Nachhaltigkeit bei jeglichen davon betroffenen Geschäften zu berücksichtigen. Wenn immer möglich sollen jene Geschäfte prioritär behandelt werden, welche den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächen. Weiter wird vom Regierungsrat gefordert, dass er die Bevölkerung umfassend informiert über Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels und Massnahmen, die gegen diesen ergriffen werden. Am Samstag, 2. Februar 2019 gingen rund 10’000 Menschen aus der Region Basel auf die Strasse. Gefordert wurde, dass Parlament und Regierung sofort effizient und konsequent handeln, damit eine drohende Klimakatastrophe abgewendet werden kann. Die Kernbotschaft: Der Klimawandel ist nicht bloss ein Klimaproblem. Er ist ein Wirtschafts-, Sicherheits-, Tierschutz- und Friedensproblem. Die Forderungen: Es könne und solle nicht erwartet werden, dass die Lösung dieses Problems alleine durch Eigenverantwortung und von Einzelpersonen erreicht werde. Es brauche jetzt auf kommunaler, kantonaler, nationaler und internationaler Ebene griffige Massnahmen, um dieser drohenden Katastrophe entgegenzuwirken. Der Basler Grosse Rat erklärt demzufolge den «Climate Emergency» und anerkennt damit die Eindämmung des Klimawandels und seiner schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität.

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