Bioenergie im Rahmen der Schweizer Energiestrategie 2015

Die Energiewende ist beschlossen, die Energiestrategie 2050 steht und die Ziele sind definiert. Dennoch wird das Biomasse-Potenzial in der Schweiz noch zu wenig genutzt. Bund und Politik sind dringend gefordert, klare Zeichen zu setzen, um der Wirtschaft Planungssicherheit für neue Investitionen zu geben.

(Bild: zVg) Für die Verwendung im Energiebereich besteht ein beträchtliches Potenzial von rund 7 Prozent des Primärenergiebedarfs.

(Bild: zVg) Für die Verwendung im Energiebereich besteht ein beträchtliches Potenzial von rund 7 Prozent des Primärenergiebedarfs.

Biomasse-Energie ist CO2-neutral und nachhaltig. Damit lassen sich Strom, Wärme und Treibstoff produzieren. Um künftig ein Maximum an fossiler Energie zu substituieren und die Nachfrage nach Bioenergie zu decken, müssen die inländischen Potenziale möglichst vollständig und nachhaltig genutzt werden. Die verfügbare Menge von Biomasse in der Schweiz ist beschränkt. Für die Verwendung im Energiebereich besteht aber doch ein beträchtliches Potenzial von rund 7 Prozent des Primärenergiebedarfs, wobei Holz eine zentrale Rolle spielt. Heute werden ungefähr 3,6 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs durch die Biomasse abgedeckt. Weitere 4 Prozent könnten noch aus Waldholz, Hofdünger und organischen Abfällen genutzt werden. Der Bund prognostiziert hauptsächlich im Strom- und Wärmebereich eine wichtige Bedeutung der Energie aus der Biomasse. So werden denn auch der Strombereich mit der Einspeisevergütung durch den Bund und der Wärmebereich mit den Gebäudesanierungen durch die Kantone gefördert.

Bedeutung der Bioenergie
In der Schweiz verbrauchen die 1,64 Millionen Gebäude 46 Prozent der Gesamtenergie in Form von Wärme. Um diese Menge zu senken, stehen die energetischen Sanierungen stark im Vordergrund. Die Bedeutung der Bioenergie im Wärmebereich ist beträchtlich und der Biogasverbrauch für dieses Segment legt stark zu. Erfüllen sich die Voraussagen, so werden ab 2020 alle dann neu erstellten Gebäude mit erneuerbarer Wärme versorgt sein. Angesichts der durchschnittlichen Erneuerungsquote von einem Prozent pro Jahr wird aber weiterhin die überwiegende Mehrheit der Gebäude konventionell beheizt werden. Umso wichtiger sind eine Verstärkung des Gebäudeprogramms sowie ein Basisförderprogramm für die Gebäudehülle sowie den Ersatz von Elektro- und Ölheizungen.

Grosse Ausbauziele
Der Strombereich ist für die Bioenergie essenziell. Mit der Erzeugung aus Biogas, Biomasse, Deponiegas, Geothermie, KVA/ARA und Photovoltaik haben verschiedene erneuerbare Energien bereits wichtige Marktsegmente erreicht. Wenn 2010 in der Schweiz 1,2 TWh aus Biomasse erzeugt wurden, wird bis 2050 mit 5,5 TWh geplant. Es bestehen somit grosse Ausbauziele in den Sektoren Holz (Biomasse), Gas, ARA und KVA.

Herstellung von biogenen Treibstoffen ineffizient
Bei biogenen Treibstoffen gilt in der Schweiz das «Teller-Trog-Tank-Prinzip». Dieses schliesst aus, dass es zu Konflikten zwischen der Produktion von Nahrungs- oder Futtermitteln bzw. Bioenergie aus landwirtschaftlichen Rohstoffen kommt. Aus Umweltsicht ist nur die Gewinnung aus Abfällen und Rückständen unproblematisch. Die heutige Herstellung der Treibstoffe erfolgt jedoch meist unter hohen Umwandlungsverlusten und ist daher gesamthaft gesehen relativ ineffizient.

Redaktion

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